Greenpeace entlarvt gefälschten Ökostrom
April 16th 2009 12:24 pm
Einige deutsche Energiekonzerne bieten Ökostrom-Tarife an, die sich bei genauerer Betrachtung als Mogelpackungen herausstellen. Davor warnt Greenpeace in einer aktuellen Untersuchung.
Der angebliche “Ökostrom”, der in diesen Tarifen enthalten sein soll, ist demnach nichts weiter als herkömmlicher Strom aus Kohle- und Kernkraftwerken. Die Kunden würden durch die fälschliche Anwendung von Zertifikaten getäuscht, so Greenpeace. Demnach würden die Konzerne im Ausland sogenannte RECS-Zertifikate einkaufen, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen kennzeichnen sollen. Diese würden dann zur Klassifizierung des Kohle- und Atomstroms als “Ökostrom” verwendet. Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace, bestätigt dies und erläutert: “Viele Energiekonzerne betreiben nichts anderes als Greenwashing.” So würde RWE im Rahmen eines “Pro Klima” – Tarifs Atomstrom als sauberen Ökostrom anpreisen. Auf diese “Kampagne der Atomlobby” dürfe man nicht hereinfallen.
Klarheit und Vorsicht gefordert
Greenpeace fordert angesichts dieser für Verbraucher und Umwelt heiklen Situation zunächst eine einheitliche und klar nachvollziehbare Kennzeichnung von Ökostrom. Dabei müsse sowohl die genaue Quelle als auch die Investitionen des Anbieters in regenerative Energie erwiesen sein.
Außerdem seien aber vor allem die Verbraucher gefordert, die Angebote und Anbieter genau zu überprüfen und skeptisch zu sein. Ein seriöses Ökostromangebot sei vor allem an den realen Bemühungen des Anbieters in saubere, umweltschonende Kraftwerke erkennbar. Darüber hinaus sollte sich ein potenzieller Kunde nicht durch Lockangebote verführen lassen – jedem müsse bewusst sein, dass es Ökostrom nicht zum Nulltarif gebe.