Elektroheizungen teuer und ineffizient
Mai 4th 2009 01:54 pm
Wie der “Deutschlandfunk” berichtet, sind Tagstromelektroheizungen mitnichten so günstig und umweltschonend, wie sie oft angepriesen werden. Sie belasten vielmehr Portemonnaie und Klima.
Die Werbung verspricht einiges. Elektroheizungen seien sehr viel günstiger in Anschaffung und Installation als herkömmliche, mit Öl oder Gas betriebene Geräte. Nur 2.500 statt 20.000 Euro müsste man hinlegen und könnte gleichzeitig auf lästiges Rohreverlegen verzichten. Außerdem würden die Stromheizanlagen durch eine große Heizfläche und Schamottkerne eine enorme Wirtschaftlichkeit mit längerer Wärmespeicherung ohne Stromzufuhr aufweisen. Im “Deutschlandfunk” widersprach nun jedoch Kurt Burandt, Obermeister der Elektroinnung Husum, der These der Werbung, die Elektroheizung sei eine günstige und lohnende Alternative für alle Haushalte.
Zunächst sei die “Schamottisierung” der Heizkörper keineswegs so wirtschaftlich wie beschrieben. Im Gegenteil, man brauche länger, um das Gerät aufzuheizen. Danach werde die Wärme zwar tatsächlich relativ lange gespeichert, aber auch kontinuierlich wieder abgegeben. Dies könne auch geschehen “in einer Zeit, wo sie sie gar nicht haben wollen.”
Betriebskosten und CO2-Belastung hoch
Noch entscheidender sei allerdings der Kostenfaktor für den Betrieb der Heizung. Pro Kilowattstunde müsse man im Durchschnitt etwa 20 Cent für den Strom bezahlen. Umgerechnet in die entsprechende Heizwärme bezahle man mit Öl- oder Gasheizung jedoch nur 7 bis 8 Cent. “Von daher ist Strom viel zu teuer, um als Heizquelle im Haus oder Wohnung zu dienen”, so Burandt.
Verbraucherschützer Thomas Hagen bewertet außerdem die Umweltverträglichkeit der Stromfresser als nicht optimal, ja sogar “verheerend”. Denn während bei Öl und Gas rund 90 Prozent der eingesetzten Primärenergie zu Hause ankäme, läge die Quote bei Strom bei nur einem Drittel. Die restlichen zwei Drittel der Energie aus Kohle, Uran oder Gas gingen in den Kraftwerken verloren. Elektroheizungen seien folglich nur CO2-neutral, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben würden.
Der “Deutschlandfunk” resümiert letztendlich, dass sie nur für energieeffiziente Gebäude wie Passivhäuser eine echte Alternative sind. Für normale Eigenheimbesitzer dagegen stellt die Tagstromelektroheizung nur eine teure und ineffiziente Alternative dar. Bauherren und Immobilienbesitzer sollten sich also genauestens informieren und abwägen, bevor sie zu dieser alternativen Heiztechnik greifen.