EnBW zieht die Preisschraube an
Mai 11th 2009 08:33 am
Die Kunden des süddeutschen Energiekonzerns Energie Baden-Württemberg (EnBW) müssen erneut eine empfindliche Preiserhöhung hinnehmen. Ab 1. Juli diesen Jahres steigen die Gebühren für Strom um durchschnittlich 7,5 Prozent.
Die Preiserhöhung gilt für den Grundversorgungstarif “EnBW Komfort”. Nach Angaben der “Stuttgarter Nachrichten” sind damit rund 1,5 Millionen Haushalte von den erhöhten Gebühren betroffen. Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeute der 7,5-prozentige Aufschlag Mehrausgaben von über 60 Euro im Jahr. Der Konzern dagegen könne durch die angezogene Preisschraube zusätzliche Einnahmen von 7,8 Millionen einfahren.
Die Preispolitik wird von EnBW und den anderen drei großen Energieunternehmen Deutschlands oft auf die durch Investitionen in neue Kraftwerke sowie erneuerbare Energien gestiegenen Ausgaben zurückgeführt. Aufgrund dieser und anderer Umstände wird mit einem allgemeinen Absenken der Strompreise in nächster Zeit nicht gerechnet.
Kündigungsrecht nutzen
Die Verbraucher und EnBW-Kunden sind der Willkür der Konzerns aber keineswegs ausgeliefert. Nicht nur kann jeder Bundesbürger seinen Stromanbieter frei wählen, er besitzt auch außerordentliche Kündigungsrechte, die er gegenüber seinem aktuellen Anbieter geltend machen kann. Ein Sonderkündigungsrecht gilt insbesondere bei einer Erhöhung der Strompreise seitens des Versorgers. Daher haben alle betroffenen EnBW-Kunden nun durch den Schritt von EnBW zusätzlich zu der ohnehin bestehenden Wahlfreiheit auch noch dieses spezielle Kündigungsrecht.
Der Nutzen eines einfach und sicher ausführbaren Wechsels zu einem günstigeren, unabhängigen Anbieter ist im Angesicht der angekündigten 7,5-prozentigen Erhöhung wieder einmal deutlich vor Augen geführt worden. Auch die Regierung und die Bundesnetzagentur raten in diesem Zusammenhang dringend zu diesem Schritt. Nur wenn die Konkurrenten der großen Energiekonzerne gestärkt werden, könne langfristig ein fairer Wettbewerb ermöglicht und auch EnBW & Co. zu angemessenen Preisen gedrängt werden. Momentan überprüft darüber hinaus das Kartellamt die Strompreise, die von den Energieriesen in Deutschland erhoben werden.