Nordischer Strom für bessere Preise
Mai 14th 2009 09:23 am
In einigen Jahren soll eine neue Unterwasser-Stromleitung betriebsbereit sein, die Norwegen und Deutschland verbindet. Durch die zusätzliche günstige Importquelle sollen hierzulande die Strompreise gedrückt werden.
Das neu gegründete Konsortium “NorGer”, das die organisatorischen Vorbereitungen des milliardenschweren Projekts dieser Tage einläuten wird, besteht aus dem schweizerischen Energiehandelskonzern EGL und den norwegischen Wasserkraft-Spezialisten Agder und Lyse. Der Strom aus den Kraftwerken dieser beiden Unternehmen soll ab 2014 durch die Seeleitung fließen, die mit einer Leistung von rund 1.400 Kilowatt in etwa ein neues Atomkraftwerk ersetzt. Der Hintergedanke dieses Vorhabens ist das niedrige Strompreisniveau in Norwegen. Durch den günstig eingekauften Strom könnte der Erzeugermarkt in Deutschland, den noch immer einige wenige Konzerne beherrschen, weiter geöffnet werden. Durch die zusätzlichen Konkurrenz für E.ON und Co. solle der derzeit im Vergleich zu Norwegen noch sehr hohe Strompreis wieder zum Fallen bewegt werden.
Inklusive Gegenverkehr
Das neue Kabel soll aber nicht nur günstigen nordischen Strom nach Deutschland bringen und hier die Verbraucher stärken. Auch in die andere Richtung soll er fließen. Der Grund: In norddeutschen Windkraftanlagen wird zu guten Zeiten oftmals mehr Strom erzeugt, als in die Netze gespeist werden kann. Der überschüssige Strom, der derzeit noch günstig in Nachbarländer wie Polen und Dänemark verhökert werden muss, könnte ab 2014 dann durch die neue Kooperation nach Norwegen geleitet werden. Dort gibt es bereits Speicher- und Anwendungsmöglichkeiten für den Strom. Er könnte zum Beispiel in ein Pumpenspeicherkraftwerk geleitet werden, in dem er Wasser in hoch gelegene Behältnisse pumpt. Von dort aus kann dieses Wasser dann wieder beim Hinabfließen stromerzeugende Turbinen antreiben.
Das ehrgeizige Projekt würde also bei plangemäßer Ausführung viele Vorteile mit sich bringen. Die Entwicklung auf den Strommärkten, vor allem hierzulande, könnte durch “NorGer” durchaus positiv gefördert und vorangebracht werden.