Warnung vor Elektro-Stromfressern
Mai 19th 2009 01:40 pm
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat die Politik aufgefordert, Regeln für die Energieeffizienz von Elektrogeräten aufzustellen. Deren Stromhunger würde sonst weitreichende Folgen für die Energiewirtschaft haben.
3,5 Milliarden Handys, 2 Milliarden Fernseher und bald mehr als eine Milliarde PCs. So gestaltet sich die globale Nutzung der wichtigsten elektronischen Geräte für Kommunikation, Information und Unterhaltung. In ihrem neuen Bericht “Gadgets and Gigawatts” zeigt die IEA die aktuellen Zahlen und verknüpft diese mit eine Zukunftsprognose: Die Nachfrage wird weiter steigen und die Bemühungen zur Energieeffizienz deutlich in den Schatten stellen. Bis 2030 würde sich der Energiehunger aller entsprechenden Geräte auf 1.700 Terawattstunden verdreifacht haben, was eine Mehrproduktion von 280 Gigawatt Strom und Kosten von 200 Milliarden US-Dollar zur Folge hätte.
Vorbeugung angemahnt
Diese Entwicklung könne durch die richtigen Maßnahmen entscheidend eingedämmt werden, so die IEA. Würde die Politik verbindliche Regelungen bezüglich der jeweils maximal zu verbrauchenden Energie festsetzen und würden die modernen, zeitgemäßen Technologien für alle Geräte angewandt, könnten die Zahlen bis 2030 auf 20 statt 280 Gigawatt und 130 statt 200 Milliarden Dollar reduziert werden. Es bestehe also dringender Handlungsbedarf, da dies ohne die Politik nicht umsetzbar sei.
Auch das Internet ist hungrig
Die Warnung vor einem stark steigenden, letztendlich umweltgefährdenden Stromverbrauch wird aber nicht nur auf die wachsende Nachfrage nach Elektrogeräten im Allgemeinen bezogen. Erst kürzlich wurde eine Untersuchung der Forschungseinrichtung “Comscore” veröffentlicht, die dem Internet eine Energiebedarf von über 850 Milliarden Kilowattstunden nachsagt – eingeschlossen alle PCs, Netzwerke und Server. Dabei würden vor allem die riesigen Rechenzentren, die den Informationsfluss regeln, durch die hohe Belastung einen enormen Stromverbrauch an den Tag legen. Auch hier wird aufgrund der für Firmen und Kunden letztendlich steigenden Kosten bereits fieberhaft nach geeigneten Alternativen gesucht. So wurden bereits schwimmende Rechenzentren mit Meerwasser-Kühlung und Projekte zur gezielten Datenbündlung im Internet veröffentlicht.