Stadteigener Strom für Hamburg

Mai 26th 2009 10:27 am

Mit dem neuen städtischen Ökostrom-Anbieter “Hamburg Energie” will die Stadt Hamburg einen neuen Massenanbieter auf dem Strommarkt etablieren. Er soll sich ohne die Hilfe von Steuergeldern selbst finanzieren und eigene Kapazitäten erschließen.

Im Jahre 2002 verkaufte Hamburg seine Anteile an den “Hamburger Elektricitäts-Werken” (HEW) an Vattenfall, was sich im Nachhinein nicht unbedingt als gute Entscheidung herausstellte. Nun beschloss der Senat die Gründung eines neuen Anbieters, der auf regenerative Energien setzen und zunächst nur Privatkunden beliefern soll. Bei entsprechendem Wachstum ist aber auch die Stromlieferung an gewerbliche Kunden sowie an städtische Gebäude geplant.

Ohne Steuern, mit Umweltschutz

“Hamburg Energie” soll dabei eigenfinanziert sein und ohne die Hilfe von Steuergeldern auskommen. Das Startkapital in Höhe von 10 Millionen Euro wird vom städtischen Versorger “Hamburg Wasser” bereitgestellt, das zukünftig erwirtschaftete Kapital soll reinvestiert und für umweltfreundliche Kraftwerkprojekte eingesetzt werden. Zu diesen Kraftwerken, die ab 2011 Strom liefern sollen, zählen sowohl Windkraft-, Fotovoltaik- als auch gasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen. Bis der bald beginnende Bau abgeschlossen ist, wird “Hamburg Energie” seine neuen Kunden mit eingekauftem Strom aus sauberen Quellen versorgen.

Masse statt Nische

Wie Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL) nach Angaben der “Welt” erklärte, sei der städtische Anbieter nicht für die Nische konzipiert worden. Vielmehr solle er ein Massenanbieter werden, der allen Hamburger Bürgern einen transparenten und günstige Alternative bieten und die Ökostrom-Kapazitäten in Hamburg und Umgebung ausbauen soll. Damit entstünde ein neuer Konkurrent für den Energieriesen Vattenfall, der trotz des prinzipiell offenen Marktes noch immer über 80 Prozent des Hamburger Marktes beherrscht. Andere Ökostrom-Anbieter wie Lichtblick, der rund 6 Prozent der Kunden in der Hansestadt versorgt, sind zwar im Kommen, aber trotzdem weit abgeschlagen. Durch “Hamburg Energie” könnte sich dies ändern, falls die Bürger dem Projekt des Senats genügend Unterstützung in Form von Wechselwilligkeit entgegenbringen.

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