Geothermie: Strom aus der Tiefe
Juni 5th 2009 11:20 am
In Unterhaching bei München ist das größte deutsche Erdwärme-Kraftwerk eingeweiht worden. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel lobte das Projekt und prognostizierte der alternativen Stromquelle eine bedeutende Zukunft.
Die neue Anlage in Unterhaching, die seit 2001 in Kooperation mit Siemens verwirklicht wurde, kann dieses Jahr schon 10.000 Megawattstunden Strom produzieren und soll durch den Einbau einer besseren Förderpumpe seine Quote sogar noch erhöhen. Im Ort können so 60 Prozent beziehungsweise 40.000 Tonnen der CO2-Emissionen jährlich eingespart werden.
Gabriel betonte bei der feierlichen Eröffnung der Anlage die wichtige Bedeutung des Projektes. Es sei eine “Pionierleistung” und ein “Leuchtturmprojekt”, wird der Umweltminister in einer Presseerklärung zitiert.
Leistungssteigerung
Außerdem hoffe er, dass die neue und bundesweit größte Anlage dazu beitrage, die Geothermie-Technologie weiter auszubreiten, um den zurzeit noch verschwindend geringen Anteil an der Stromversorgung der Bundesrepublik zu erhöhen. “Die Leistung aus geothermischer Energie soll bis ins Jahr 2020 auf etwa 280 Megawatt vervierzigfacht werden”, so der SPD-Minister. Das würde nicht nur der Umwelt nützen, sondern auch die Vorreiterrolle Deutschlands im Bereich der erneuerbaren Energien stärken.
In Deutschland sind heute schon mehrere hundert Erdwärme-Kraftwerke in Planung, Bau oder Betrieb. Aus den Zukunftsplänen gehe ein Investitionsvolumen von sechs Milliarden Euro in den nächsten 10 bis 15 Jahren hervor.
Bei der Geothermie machen sich die Kraftwerke das tausende Meter tief unter der Erdoberfläche lagernde, von der Wärmeenergie des Erdkerns aufgeheizte Wasser zu Nutze. Dieses wird hochgepumpt und in unterschiedlichen Verfahren beim Verdampfen zur Stromproduktion eingesetzt.