E.ON trennt sich von Kraftwerken
Juni 9th 2009 09:23 am
Der deutsche Energiekonzern E.ON hat 13 bayrische Wasserkraftwerke an den österreichischen Stromerzeuger Verbund verkauft. Damit setzt das Unternehmen Auflagen der Europäischen Union um, die im Gegenzug zum Kapazitätsabbau auf Ermittlungen gegen E.ON verzichten will.
Für den Verbund, das größte Elektrizitätsunternehmen des Alpenstaates, stellt das Geschäft die größte Einzeltransaktion der Unternehmensgeschichte dar. Es befördert den Erzeuger, der nun 115 Wasserkraftanlagen mit einer jährlichen Erzeugung von 27 Milliarden Kilowattstunden betreibt, gleichzeitig auf den vierten Platz der größten Wasserkraft-Stromproduzenten Europas. Für die 13 am bayrischen Inn liegenden Kraftwerke, die eine Gesamtleistung von 312 Megawatt und eine Jahresproduktionsmenge von rund 1800 Gigawattstunden aufweisen, kassiert E.ON einen Kaufpreis von über einer Milliarde Euro. Dieser wird dem Vernehmen nach zu zwei Dritteln in Bar und zu einem Drittel in Form von Strombezugsrechten über 20 Jahre vom Verbund beglichen. Das Geschäft muss zwar noch von den Behörden genehmigt werden, deren Zustimmung gilt aber als sicher.
Abgabeziel: 5000 Megawatt
E.ON traf mit der Brüsseler EU-Wettbewerbskommission vor einiger Zeit die Vereinbarung, für die Einstallung eines Kartell- beziehungsweise Ermittlungsverfahrens wegen überhöhter Preise massiv Kapazitäten abzubauen. Insgesamt soll sich der Konzern von 5000 Megawatt an Kraftwerksleistung sowie seinem Höchstspannungsnetz in Deutschland trennen. Durch Abgaben von Kraftwerksbeteiligungen an EnBW, den Tausch von Kapazitäten mit der belgischen Electrabel und weitere Schritte konnte E.ON nach Angaben der Agentur “Reuters” bislang 3200 Megawatt abstoßen.