LichtBlick will effizientere Netzstruktur

Juni 12th 2009 08:21 am

Die Bundesnetzagentur genehmigte kürzlich drastische Erhöhungen der Netzentgelte und damit der Strompreise. Der Ökostrom-Anbieter LichtBlick fordert vor diesem Hintergrund eine grundlegende Reform des hiesigen Stromnetz-Systems.
Die Strukturen auf dem deutschen Strommarkt seien nicht zeitgemäß und kompliziert, kritisiert Gero Lücking, Mitglied der LichtBlick-Geschäftsführung, in einer Pressemitteilung. „Wir haben immer noch vier große Regelzonen und über 800 lokale Netzbetreiber.” Das sei eine “teure und unnötige Kleinstaaterei”, unter der die Verbraucher litten und aus der auf der anderen Seite nur die vier großen Netzbetreiber E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW Profit zögen. Anstatt an diesem System festzuhalten, was die Kunden jährlich hunderte Millionen Euro koste, müssten die Regelzonen gebündelt und an einen Betreiber übergeben werden, so Lücking. Allein durch die Regelung von Stromschwankungen durch sogenannte Ausgleichsenergie könnten beispielsweise pro Jahr bis zu 500 Millionen Euro eingespart werden.

Entgeltsenkungen geschluckt

Die Bundesnetzagentur stehe hier in der Pflicht, einen effizienten Betrieb der Netze attraktiver zu gestalten und die Anreize dahingehend zu verbessern, fordert Lücking weiter. Vor allem aber müsse sie die Anträge auf Entgelterhöhungen, wie sie jetzt genehmigt wurden, sehr viel kritischer prüfen.
Da sie das dieses Mal offenbar nicht getan hat, steigen die Gebühren nun mehr als merklich an. Der “Spiegel” spricht von 13 bis 30 Prozent Mehrkosten bei den Übertragungsnetzen, LichtBlick hat derweil bei einigen E.ON-Verteilernetzen bis zu 23,5 Prozent Erhöhungen berechnet. Für einen Haushalt mit einem jährlichen 3.000-Kilowattstunden-Verbrauch steigen die Stromkosten dadurch um zwischen 20 und 44 Euro an.
Den Verbrauchern dürfte das gerade im Angesicht der Krise und den ohnehin schon steigenden Strompreisen ebenso wenig schmecken wie Lücking: „Die von der Bundesnetzagentur genehmigten Preissteigerungen fressen die Entgeltsenkungen der letzten Jahre wieder auf“, wettert dieser. „Die Verlierer sind einmal mehr der Wettbewerb und die Verbraucher.“

Posted under Allgemein | No Comments »

Trackback URI | Kommentar RSS

Antwort hinterlassen