Heizstrommarkt ohne Wettbewerb

September 29th 2009 09:01 am

Nutzer einer Wärmepumpe oder Nachtspeicherheizung, haben kaum Möglichkeiten zu einem günstigeren Stromanbieter zu Wechseln. Auf dem Heizstrommarkt herrscht kaum Wettbewerb. Bei Heizstromkunden wird üblicherweise nach zwei verschiedenen Stromtarifen abgerechnet. Der Hochtarif (HT) wird tagsüber als Berechnungsgrundlage herangezogen, während des Nachts nach dem Niedertarif (NT) abgerechnet wird. Da eine Nachtspeicherheizung also Nachts über auflädt, verbraucht sie den günstigeren Heizstrom.

Tarife für Heizstrom werden in der Regel nur von den örtlichen Grundversorgern angeboten. Sie sind in der Regel günstiger als die Tagestarife überregionaler Anbieter. Es gab in der Vergangenheit, allerdings, auch immer wieder Meldungen von teils enormen Preiserhöhungen beim Heizstrom. Aufgrund des fehlenden Wettbewerbs, sind die Kunden solchen Preisentwicklungen, ohne die Möglichkeit eines Wechsels, ausgeliefert.

Im Auftrag der Bundesnetzagentur wurde nun ein Gutachten erstellt, welches bestätigt, dass ein Wettbewerb auf dem Heizstrommarkt tatsächlich kaum vorhanden ist. Als Hauptgründe hierfür werden unattraktive Gewinnmargen genannt, sowie ein enormer bürokratischer Aufwand bei der Kommunikation mit den jeweiligen Netzbetreibern. Das Gutachten macht jedoch auch klar, dass durch eine Vereinfachung des Zugangs zum Heizstrommarkt für neue Anbieter, hohe Kosten für die Netzbetreiber entstehen. Das lässt die Nutzungsentgelte steigen. Deshalb wird der Bundesnetzagentur empfohlen, davon abzusehen, Maßnahmen zu ergreifen, die zur Prozessvereinfachung führen.

Die Verbraucher müssen unterdessen auf das Bundeskartellamt hoffen. Die Wettbewerbsbehörde hat nämlich gerade angekündigt ein Missbrauchsverfahren gegen die Heizstrom-Anbieter einzuleiten.

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