Vattenfall will Netz verkaufen
Januar 25th 2010 12:33 pm
Im November hatte mit E.on bereits einer der vier größten deutschen Stromanbieter sein Netz an einen ausländischen Anbieter für viel Geld verkauft. Wie es aussieht ist nun auch Vattenfall auf der Suche nach einem Interessenten, der das Netz übernehmen will.
In Deutschland haben die vier größten Stromanbieter das Land unter sich aufgeteilt. Vattenfall ist für den Osten (die neuen Bundesländer, Berlin) und Hamburg zuständig, die EnBW versorgt, wie der Name schon sagt Baden-Württemberg mit Strom, RWE ist für den Westen und einen kleinen Teil Bayerns zuständig und Tennet, ein niederländisches Unternehmen, das das E.on-Netz übernommen hat und den Rest Deutschlands mit Energie versorgt.
Vattenfall gibt als Grund für den Verkauf an, dass sich der Konzern neu ausrichten wolle und sich mehr um den Vertrieb und die Stromerzeugung kümmern wolle. Bei E.on war eine Vereinbarung mit der EU-Kommission der Hauptgrund für den Verkauf des Netzes. Die Behörde hatte dem Energieunternehmen vorgeworfen seine Marktstellung auszunutzen und die Strompreise künstlich in die Höhe zu treiben. Die EU-Kommission verfolgte also kein Kartellverfahren und E.on verkaufte im Gegenzug sein Stromnetz an den niederländischen Energiekonzern Tennet.
Experten gehen davon aus, dass auch die nötigen Investitionen, die in den nächsten Jahren nötig sind, damit der Strom von den Windparks in das Stromnetz eingespeist wird, ein Grund für den Verkauf der Netze von E.on und Vattenfall ist, denn die Stromnetze der Unternehmen grenzen, anders als bei EnBW und RWE, an die Küste.
Für die Verbraucher hat die daraus folgernde Trennung von Stromproduktion und Transport Vorteile, denn dadurch kann der Wettbewerb unter den Anbietern erhöht werden und der führt wiederum zu niedrigeren Preisen.
Für die kleinen Anbieter hat die Trennung von Transport und Stromproduktion ebenfalls nur Vorteile, allerdings haben sie nach wie vor Schwierigkeiten bei den Verteilnetzen, die den Stadtwerken gehören, denn hier werden neue und kleine Anbieter diskriminiert. An dieser Stelle wären gesetzliche Regelungen angebracht, die dafür sorgen, das es diese Diskriminierung nicht mehr gibt.