Die Laufzeiten der Atomkraftwerke werden verlängert
Februar 5th 2010 12:22 pm
Es steht bereits fest, dass es eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken über 2022 hinaus geben wird. Es ist aber weiterhin unklar bis wann die Laufzeiten verlängert werden und unter welchen Bedingungen.
Der Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat vor kurzem in einem Interview erklärt, dass die großen Energiekonzerne einen Teil ihres Gewinns an die Bundesregierung abgeben müssen. Dieses Geld soll dann in die Erforschung der erneuerbaren Energien fließen, damit diese irgendwann wettbewerbsfähig sind und auf dem deutschen Strommarkt bestehen können.
In Ländern wie Baden-Württemberg und Bayern sorgt die Atomenergie für Zweidrittel des Stroms, deshalb sind besonders diese Länder darauf angewiesen, dass das Energiekonzept möglichst schnell steht und die zuständigen Ministerien wissen wie lange sie sich noch hauptsächlich auf die Kernenergie verlassen dürfen.
Es gibt aber auch Mitglieder der Regierung, die eine andere Einstellung zur Kernenergie haben. Der Bundesumweltminister Norbert Röttgen hält eine Verlängerung der Laufzeiten für nicht unbedingt notwendig. Er ist der Meinung, dass die erneuerbaren Energien in zehn Jahren 40% des deutschen Strombedarfs decken werden. Mit einem Anteil von zurzeit 16% würde sich nach dieser Prognose der Anteil mehr als verdoppeln.
Auch der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien Dietmar Schütz sieht die Entwicklung dieser in den nächsten zehn Jahren optimistisch und geht davon aus, dass 2020 47% des deutschen Strombedarfs von den erneuerbaren Energien gedeckt werden. Als Grund für seine Prognose nennt Schütz, dass die Dynamik der Entwicklung der erneuerbaren Energien nur für ein großes Wachstum in der Zukunft spricht. Die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke sieht Schütz als sehr problematisch, denn er geht davon aus, dass eine Verlängerung dazu führen würde, dass die Investitionen für erneuerbare Energien gefährdet würden und stattdessen vielleicht in die Kernenergie fließen.
Die Entscheidung der Regierung in Bezug auf die Verlängerung der Laufzeiten und die daraus resultierende Verschiebung des Atomausstiegs ist ziemlich sicher und steht fest, daran werden auch Röttgen und Schütz nichts ändern können.